2010-02-13

Tierschutz vs Tierrechte

Oft bekommt man von Tierrechtsaktivisten die Frage gestellt, welches Problem man denn mit Tierschutz hätte, und die Antwort ist schlicht und ergreifend:

Garkeines.

Denn die Konzepte von Tierschutz und Tierrechten sind grundverschieden. Ersteres bedeutet, sich gegen menschlichen Sadismus zu stellen, wo er sich gegen Tiere wendet, zweiteres, Tiere als dem Menschen gleichberechtigt anzusehen, und zwischen diesen beiden Ansätzen liegen Welten.

Um das zu veranschaulichen, muss man sich nur vor Augen halten, dass ein etwaiger „Menschenschutz“ – um ein drastisches Beispiel zu nehmen – bei Zwangsprostitution vollkommen unanehmbar ist: Es ist vollkommen irrelevant, ob Zwangsprostituierte medizinisch versorgt wird oder nicht, et cetera, es ist gegen jede Ethik, dass ein Mensch einen anderen als Sklaven halten darf, weil dieses Konzept grundlegende Menschenrechte verletzt.

Andererseits macht aber das Postulat, Tiere und Menschen sollten die gleichen Rechte zugestanden werden, keinen Sinn, weil dadurch entweder der Mensch zum Tier erniedrigt werden würde,1 oder aber die aus einer solchen Gleichberechtigung abzuleitenden Forderungen geradezu absurd wären.2

Tierschutz ist also wider dem menschlichen Sadismus gegenüber dem Tier und eine absolut unterstützenswerte Angelegenheit, Tierrechtlertum hingegen eine bizarre Ideologie ohne Realitätsbezug.


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Fußnoten:
1: So würde sich etwa aus der Norm, dass Tiere einander vergewaltigen, ableiten, dass das auch in der menschlichen Gesellschaft zulässig sein muss.
2: Ein Mensch darf keinen anderen töten, daraus aber zu folgern, dass auch Tiere keine anderen Tiere töten dürfen…