2008-11-25
„Tierhaltung zerstört die Umwelt“
Veggerln präsentieren gerne Zahlen und Diagramme, die belegen sollen, wieviel Treibhausgase, Wasserverbrauch et cetera auf das Konto von Nutztierhaltung gehen, und behaupten, eine vegane Lebensweise von möglichst großen Bevölkerungsteilen könnte hier Abhilfe schaffen. Das ist jedoch aus mehreren Gründen nicht richtig:
Die Zahlen selbst sind oft nicht nachvollziehbar.
Vor allem bei Beispielen von theoretischem Wasser-„Verbrauch“1 bei der Fleischproduktion sind die von den Veggerln präsentierten Zahlen nicht selten überzogen bzw. nicht nachvollziehbar. So sprechen manche Quellen von einem Wassereinsatz von 15 000 Litern pro Kilo Rindfleisch,2 manche von 100 000 Litern,3 eine Quelle spricht nur von 22 Litern,4 die Redaktion konnte bis dato noch keine Quelle finden, die eine glaubhafte, nachvollziehbare Berechnung des Wassereinsatzes zulässt. Inwieweit andere von Veggerln präsentierte Zahlen von der Problematik der Nichtnachvollziehbarkeit betroffen sind, kann die Redaktion nicht beurteilen.
Das Problem ist Industrie und Wohlstand, nicht Tierhaltung.
Die Tatsache, dass es Tierhaltung schon immer gegeben hat, die Umweltprobleme in der aktuellen, problematischen Dimension aber erst seit relativ kurzer Zeit gibt, zeigt recht deutlich, dass Tierhaltung wohl kaum das Problem ist. Es ist natürlich nicht zu leugnen, dass sie ein Teil des Problems ist, aber eben nicht das Problem, so vernichtet zum Beispiel die Erdölindustrie ganze Ökosysteme, und Menschen in ärmeren Ländern (inklusive ihrem Fleischkonsum!) verursachen einen Bruchteil der Pro-Kopf-Umweltverschmutzung eines Einwohners eines reichen Landes. Warum es sinnvoller sein soll, vollständig (!) auf bestimmte Grundnahrungsmittel zu verzichten als etwa auf Computer, Kunststoff oder Stahl, erschließt sich nicht – noch niemand hat ein Veggerl gesehen, das auf Wohlstand verzichtet hätte.5
Eine „totale“ Lösung ist keine.
Das Prinzip, etwas abschaffen zu wollen, weil es Probleme verursacht, ist nicht schlüssig, da alles Probleme verursacht, angesichts des Umstandes, dass eine etwaige „vegane“ Landwirtschaft unter Umständen wesentlich mehr Ressourcen verbrauchen würde wie eine konventionelle,6 da sie nur einen verschwindend geringen Teil der Nahrungspyramide nutzen kann, stellt sich die Frage, ob es nicht mehr Sinn machen würde, zu trachten, Nutztierhaltung zu reformieren anstatt sie abzuschaffen.
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Fußnoten:
1: Wassereinsatz ≠ Wasserverbrauch – es gibt einen Wasserkreislauf.
2: Quelle: www.wasserstiftung.de
3: Quelle: news.iskcon.com
4: Quelle: www.ammenmaerchen.com
5: siehe dazu auch:
Veganismus als Resultat von Entfremdung
6: siehe dazu auch:
Wie funktioniert Landwirtschaft?
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