2008-12-16

„Speziesismus“

Der Meinung der Veggerln nach ist das „Herrschaftsverhältnis“ der Menschen über die Tierwelt nur rein ideologischer Natur und ohne jede faktische Grundlage, vergleichbar mit der Herrschaft des Mannes über die Frau (Sexismus) bzw. der des „weißen Mannes“ über andere „Rassen“ (Rassismus),1,2,3 was die Veggerln „Speziesismus“ nennen.

Aus dieser Logik folgt, dass wir Menschen kein Recht hätten, Tiere zu essen, sie zu züchten, zu melken, ihre Eier zu nehmen, und so weiter. Es handle sich dabei ja um ein rein kulturelles Phänomen ohne jede natürliche Grundlage.

Doch ist in der Natur diese Art der „Ausbeutung“ nicht die Ausnahme, sondern die Regel, und entzieht sich auch nur der bloßen Möglichkeit einer kulturellen Neudefinition: Menschen sind eine omnivore Tierart.

Der grundlegende Denkfehler besteht also darin, den Unterschied zwischen Natur und Kultur nicht zu begreifen, ein Umstand, der sich der Meinung der Redaktion nach auch im Wort „vegan“ selber widerspiegelt, da „vegan“ ja bedeutet, ein carni- oder omnivores Lebewesen wie ein herbivores ernähren zu wollen, mithin seiner Natur (sic) zuwider.

Unterschied zwischen Natur und Kultur am Beispiel Geschlechter: Die menschliche Kultur kennt sowohl Patriarchat als aus Matriarchat, es kann einen König geben oder eine Königin. Beim Menschen ist das also kulturell bedingt. In einem Ameisenstaat etwa wäre ein männlicher König ein Ding der Unmöglichkeit, da es sich der Möglichkeit durch kulturelle Veränderung genauso entzieht wie die Tatsache, dass Frauen gebären und nicht Männer.

Eine weitere Problematik von „Speziesismus“ besteht in der Tatsache, dass auch eine pflanzliche Spezies eine Spezies ist, was ein Verbot auch pflanzlicher Nahrung implizieren würde.

Anmerkung: An diesem Punkt auf eine andere Art der Argumentation wie zum Beispiel der Leidensethik überzugehen, bedeutet ein Abgehen von der Argumentation mittels „Speziesismus“ und damit de facto deren Aufgabe.


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Fußnoten:
1: Quelle: www.gruenes-blatt.de
2: Quelle: www.seviman.com
3: Quelle: antispe.de