2009-01-04
non sequitur
„non sequitur“ heißt: Es folgt nicht. Ein Argument non sequitur ist eines, wo die Schlussfolgerung nicht aus den Voraussetzungen folgt, unabhängig davon, ob die Voraussetzungen zutreffen oder nicht.
Beispiele:
- „Jeder Mensch hat eine Mutter. Folglich gibt es eine Mutter aller Menschen.1
- Jedes Quadrat ist ein Rechteck. Dieses Viereck ist kein Quadrat. Folglich ist es kein Rechteck.
- Der Saft schmeckt gut. Alle werden ihn gerne trinken.2
Ein (willkürlich herausgegriffenes) Beispiel für einen solchen Fehlschluss im veganen Diskurs findet sich auf der Webseite des VgT, wo der möglichen Frage nach einer etwaigen Leidensfähigkeit von Pflanzen3 beantwortet wird mit:
Biologischer Sinne von Schmerz ist, sich der Schmerzquelle zu entziehen. Schmerzempfinden für Pflanzen erscheint daher logisch zwingend zwecklos, da sie sich nicht der Schmerzquelle durch Flucht entziehen können.4
Ohne jetzt auf die Problematiken der Diktion des biologischen Sinnes von Schmerz oder einer näheren Betrachtung des Begriffes Schmerz selber einzugehen: Nur die Unfähigkeit alleine, sich einer Schmerzquelle zu entziehen, bedeutet nicht die Unfähigkeit der Schmerzempfindung an sich. Wäre das der Fall, dürfte jemand, der mit gebrochenen Gliedmaßen auf dem Boden liegt und brennt, ebenfalls keinen Schmerz empfinden können, da er sich der Schmerzquelle nicht entziehen kann.
Nächstes: Strohmannargument
Vorheriges: non causa pro causa – Ursachen erfinden
Fußnoten:
1: non sequitur weil: Es können Menschen verschiedene Mütter haben.
2: non sequitur weil: Nur daraus, dass einer Person der Saft schmeckt, folgt nicht, dass er allen gut schmecken muss und ihn alle gerne trinken werden.
3: siehe dazu auch:
Leidensethik
4: Quelle: www.vgt.at
Logische Fehlschlüsse