2010-05-09

Mitleid (mit der Kreatur)

Mitleid ist wohl die am meisten von Veggerln ins Spiel gebrachte Emotion. Ob man denn kein Mitleid hätte mit der gequälten Kreatur? Ob man Tierqual befürworten würde? Oder gar Gefallen daran fände, dass Tiere gequält werden? In einer Vielzahl von verschiedenen Formulierungen wird immer wieder Mitleid ins Spiel gebracht.

Tatsächlich ist Mitleid aber stets ein Gefühl, das man selber empfindet, und nicht das Photo der Maus in der Falle, oder das Video des Tigers im Käfig, ja, nicht einmal der verletzte Vogel, den man selber auf der Straße sieht, Mitleid bezieht sich immer auf einen selbst, Mitleid ist etwas, das dazu dient, sich selber gut zu fühlen.

Ob ein Mitleid mit dem Tier im Tierversuch mehr Sinn macht als mit den Menschen (und Tieren!), die Krankheiten haben und dadurch gerettet werden könnten, ob Mitleid mit dem Hasen, der vorm Fuchs flüchtet, sinnvoller ist als Mitleid mit dem Fuchs der – vielleicht mitsamt seinen Jungen – verhungern muss, wenn er den Hasen nicht erwischt, sei dahingestellt; doch noch viel eher muss man sich die Frage stellen, was mit all dem Leiden ist, das man nicht sieht. So ignorieren Veggerln beständig die Tiere, die beim ganz normalen Feldfruchtbau oder für die Gewinnung von Erdöl und -Produkten sowie Metalle et cetera leiden oder sterben müssen, die Gegenfrage auf eine Mitleidfloskel ist also stets:

Reflektierst du dein Mitleid überhaupt?


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