2014-06-08

„Menschen sind keine Fleischfresser!“

Es ist eine Tatsache, dass Menschen keine Fangzähne haben, keine Klauen, und dass wir körperlich weder besonders stark noch besonders schnell sind. Tierrechtler schließen daraus, dass also Jagd und in weiterer Folge auch Fleischverzehr wider unserer Natur sind.

Tatsächlich ist unsere Tierart bzw. Spezies – Homo sapiens – das Resultat einer evolutionären Anpassung an den Gebrauch von Werkzeugen sowie von Feuer, so verwenden die Spezies der Gattung Homo1 seit zweieinhalb Millionen Jahren Faustkeile, seit eineinhalb Millionen Jahren (!) Feuer, und seit mindestens gut 300 000 Jahren Speere. Die Spezies Homo sapiens existiert aber erst seit gut 150 000 Jahren, sprich: Die Hominiden verwenden Speere seit dem doppelten, Feuer seit den zehnfachen, und Werkzeuge an sich seit dem über fünfzehnfachen Zeitraum, seit dem es überhaupt uns (moderne) Menschen gibt!

Dementsprechend sind wir auch biologisch daran angepasst, Waffen und andere Werkzeuge zu verwenden und unsere Nahrung etwa durch Kochen aufzubereiten, ähnlich wie viele Vogelarten auf durch sie gebaute Nester angewiesen sind, und ohne sie nicht brüten könnten.

Gänzlich aus der Luft gegriffen ist die Behauptung, die Länge der menschlichen Gedärme würde auf eine Prädisposition für Pflanzennahrung hindeuten, so entspricht etwa die Darmlänge einer Katze dem Dreifachen ihrer Körperlänge, bei einem Hund das Sechsfache, bei einem Menschen das Siebenfache, bei einem Rind oder einem Schaf oder einer Ziege allerdings mehr als das Zwanzigfache! Irgendwelche Behauptungen, unser Darm wäre ein Hinweis auf Pflanzenfressertum, sind Wunschdenken, das sich nicht auf Fakten stützt.


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Fußnoten:
1: Von der Gattung Homo sind alle Arten außer der unsrigen bereits ausgestorben, wir sind die einzigen lebenden Vertreter.