2008-11-25
Leidensethik
Ein prominenter, wenn nicht der prominenteste Grund für Veganismus ist die Thematik des Tierleids.1,2,3 Tiere leiden durch Zucht, Schlachtung, Haltung, et cetera. Der Verzicht auf sämtliche tierische Produkte – Veganismus – wäre also ein Weg, dieses Leid zu verhindern.
Es zeigt sich allerdings, dass die aus dem Prinzip der Leidvermeidung resultierende Ethik aus mehreren Gründen widersinnig ist:
Zum Einen ist die Grundursache bzw. die Voraussetzung für Leiden Leben an sich, und die einzig mögliche zuverlässig leidfreie Welt eine tote Welt, zum anderen ist Leid nicht messbar bzw. die Schwere von Leid nur subjektiv einzuschätzen, was eine ethische Frage wieder zu einer Geschmacksfrage werden ließe, was das Prinzip einer Ethik ad absurdum führt, und ein weiteres Problem ergibt sich aus der Überlegung, was man zum Beispiel tut, wenn man Leiden erzeugen muss, um Leid zu vermeiden.
Zuguterletzt wäre die Leidensethik sogar dann, wenn man sie als solche gelten lässt, wohl kaum ein Argument für Veganismus, denn es ist anzunehmen, dass beispielsweise ein artgerecht gehaltenes Rind weniger leiden muss als ein wildlebendes, welches dauernd von Fressfeinden, der Witterung und dem Hungertod bedroht ist, und es wohl humaner ist, Tiere in Ställen zu halten, und sie in der Blüte ihres Lebens einfach schnell und schmerzlos zu töten, und ihnen das Leid des Alters zu ersparen.
Eine Sinnhaftigkeit bzw. überhaupt Anwendbarkeit einer Leidensethik ist nicht zu erkennen.
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Fußnoten:
1: Quelle: www.tierrechte.de
2: Quelle: www.vegan.ch
3: Quelle: www.veggiemania.de
Philosophie (der Veggerln)