2010-11-29

Der Vegetarier Hitler

Keine andere historische Tatsache wird wohl in vegetarischen (oder veganen) Kreisen so vehement bestritten wie Hitlers Vegetarismus. Webseiten über Webseiten von Vegetariern bzw. Veganern behaupten, Hitler hätte wenn dann nur aus gesundheitlichen Gründen vegetarisch gelebt, und nicht einmal das, sondern hätte durchaus Schinken, Leber, Wurstknödel,… gegessen. So schreibt etwa der deutsche Link:VeBu:

[…] zitiert Robert Payne, Albert Speer und andere Hitler Biographen, die alle eindeutig Hitlers Vorliebe für: Bayerische Würste, Schinken, Leber sowie Hähnchen […]

allerdings konnte die Redaktion nicht herausfinden, wer diese „anderen Hitlerbiographen“ wären, Robert Payne selbst ist der Autor einer großen Zahl von Büchern, und zwar sowohl von Sachbüchern als auch Belletristik,1 er ist jedoch kein Historiker, Ian Kershaw, Historiker und offizieller Hitler-Biograph, lässt hingegen an Hitlers Vegetarismus keinen Zweifel, was allgemeiner Konsens in der Geschichtsforschung und durch unzählige Augenzeugenberichte belegt ist,2 inklusive der seiner eigenen Ärzte:

Hitler war seit 1931 Vegetarier, und keine noch so großen Überredungskünste der Ärzte brachten ihn davon ab.//(Link:David Irving, Wie krank war Hitler wirklich, Seite 15)3

Auch ist fraglich, ob – wie von zitiertem VeBu-Kommentar behauptet – vegetarische Organisationen tatsächlich vom NS-Regime verboten worden sind, dem Wissensstand der Redaktion nach war dies – so wie etwa im Fall der Gartenbausiedlung Eden – keineswegs der Fall, es wurden nämlich alle Vereine, ungeachtet ihres Vereinszwecks, gleichgeschaltet, aufgrund von Vegetarismus allein wurde kein Verein verboten. Quellen zur Geschichte des VeBu selbst während der NS-Zeit konnte die Redaktion nicht finden, was allerdings geklärt werden konnte, ist die Behauptung, Hitler hätte gerne gefüllte Täubchen gegessen.

Aß Hitler gefüllte Täubchen?

Diese Behauptung beruht auf der Aussage der Köchin Dione Lucas, die in einem 1964 erschienenen Kochbuch beim Rezept über gefüllte Täubchen in Bezug auf ihre Zeit in einem Hamburger Restaurant in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg angibt, es wäre eines von Hitlers Lieblingsgerichten gewesen.4 Es ist dies allerdings der einzige Hinweis darauf, auch eine längere Suche mit diversen Suchmaschinen im WWW hat immer nur diesen einen Hinweis ergeben, Berichte von Zeit- bzw. Augenzeugen über einen Verzehr gefüllter Täubchen durch Hitler etwa zu seiner Zeit an der Spitze des „Deutschen Reichs“ finden sich keine. Zu Hitlers etwaigem Leberknödel- oder Schinkenkonsum finden sich nun überhaupt keine Angaben zu historischen Quellen.

Da anzunehmen ist, dass die Existenz solcher Quellen umgehend von den Veggerln ausgeschlachtet worden wäre, macht das die Behauptung über Täubchen-, Leber- oder Wurstverzehr äußerst unglaubwürdig, denn Hitlers Vegetarismus ist durch zahlreiche Augenzeugenberichte belegt.5.


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Fußnoten:
1: Quelle: www.sunysb.edu
2, 5: Quelle: www.geocities.com
3: Der Historiker David Irving, Autor dieser Schrift, ist als Holocaustleugner bekannt, wenngleich er auch zu Anfang seiner Karriere durchaus seriöse Geschichtsforschung betrieben hat. Bezüglich der Tagebücher von Dr. Theo Morell etc. gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Quellen, auf die er sich bezieht, unzulässig sein könnten.
4: Quelle: query.nytimes.com