2010-05-09

Fressen und Gefressenwerden

Schon in den allerersten Anfängen des Lebens haben Lebewesen sich andere als Quelle für ihre Lebensenergie einverleibt und, um Baustoffe für den Aufbau der eigenen organischen Strukturen zu haben. Ja, sogar die Organellen unserer Zellen sind wahrscheinlich dadurch entstanden, dass sich Zellen andere einverleibt, und diese dann im Laufe der Zeit eben zu Organellen wurden1.

Daneben fressen natürlich Einzeller andere Einzeller, und die vielzelligen Organismen bleiben selbstverständlich in dieses Prinzip eingebunden. All das führt zu einer ebenso einleuchtenden wie für die Propagandisten eines „gewaltfreien“ Umgangs mit anderen Lebenwesen wohl deprimierenden Erkenntnis:

Jedes Leben, das mehr ist als primitive autotrophe Einzeller, lebt auf der Grundlage der Vernichtung anderen Lebens.

Denn sogar höhere Pflanzen leben von totem anderen Leben, können sie ja manche der grundlegenden Bausteine, die sie vermittels Sonnenlicht zu komplexeren Molekülen synthetisieren, nur von den zersetzten Überresten anderer Lebewesen bekommen. Es ist tatsächlich so: Eine Welt, in der „niemanden wen anderen frisst“ oder „niemand sterben muss“, ist entweder eine komplett tote oder eine mit allerprimitivsten (=keine Organellen), einzelligen Pflanzen oder mineralzersetzenden Bakterien bevölkerte Welt.


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Fußnoten:
1: Unsere Mitchochondrien sind sogar ziemlich sicher auf diese Art und Weise entstanden, und besitzen sogar eigenes Erbgut!