2011-09-27
2011-09-27, das Supplement Jod
Veganern wirft man oft vor, ihre Lebensweise wäre eine „supplementierte”: B12, Eisen, Zink, dies, das – sie müssen sich deppert supplementieren, um überhaupt überleben zu können.
Doch hier stellt sich die Frage, ob das wirklich spezifisch für Veganer ist, schließlich, nun, eigentlich supplementieren wir alle. Wir trinken Säfte, die mit Vitaminen angereichert sind, essen Butter mit Beta-Carotin, aber vor allem nehmen wir jodiertes Salz zu uns, weil im Boden, in den Pflanzen, im Fleisch, überall einfach zu wenig von dem Spurenelement enthalten ist. Was macht also eine vegane Ernährung diesbezüglich schlechter als eine gewöhnliche, wo doch beide supplementieren müssen?
Das sollte man nicht leichtfertig abtun, es ist effektiv ein gutes pro-veganes Argument. Allerdings scheitert es daran, dass die Jodierung eher praktische Gründe hat als grundsätzliche, wir können auch ohne, wie all die Jahrtausende vorher, etwa durch den Verzehr von Meeresfischen oder wir können einfach mit Jodmangel leben, auch wenn das nicht gesund ist. Eine vegane Ernährung ohne Supplementation hingegen ist nicht einmal grundsätzlich möglich. Und genau in diesem „können, weil es praktisch ist” im Gegensatz zu „müssen, weil wir keine andere Wahl haben” liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen „veganer Supplementation“ und der schlichten Verwendung von jodiertem Speisesalz.
Auch wenn das Argument tatsächlich kein schlechtes ist.
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