2010-03-28
2010-03-28, die Jagd nach der Tolstoi-Anekdote
Leo Tolstoi, der von den Veggerln ausgiebig zitiert wird mit Sätzen wie etwa „Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht“ oder „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“, war ein russischer Adeliger und ein gewaltiger Idealist. Da er – eben als Adeliger – nicht unbedingt das hatte, was ich als Proletarier als „Bodenkontakt“ bezeichnen würde, war er eine Ansammlung von Talenten, Spleens und großen Ideen – ein russischer Adeliger eben.
Nun gibt es neben seiner Gegnerschaft zu Fleisch, Alkohol, Nikotin und Kriegsführung aber auch die Anekdote, dass er kein Problem damit hatte, dass seine Gemüsesuppe mit Fleischbrühe aufgegossen wurde, eine Sache, von der ich immer wieder höre, ich aufgrund meines sonstigen Wissens über Tolstoi als absolut glaubwürdig einstufe, nur habe ich ein technisches Problem damit:
Ich kann die Anekdote nicht verifizieren.
Ich finde keine Quelle, keinen Brief, keinen Hinweis auf Zeitzeugenberichte, und werde wohl oder übel irgendwann jemanden von der Slawistik quälen deswegen müssen. Ich finde zwar auch keine Quellenangaben zu den diversen Zitaten, aber die sind [meines Wissens nach] nicht erfunden, wie so manche andere. Doch wie auch immer: Ohne seriöse Quellenangabe keine Nennung auf antivegan.at. Das macht die Sache wesentlich mühsamer, doch mag es sein, dass ich draufkomme, dass die bewusste Anekdote – so wahrscheinlich und glaubwürdig sie auch ist! – nicht verifizierbar und damit auch nicht zum Reich der Fakten gehört, doch vor allem:
Ich bin kein Veggerl. Ich nehme Dinge nicht einfach deswegen als Fakten an, nur weil sie mir in den Kram passen.
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