2010-03-15
2010-03-02, Prozessauftakt gegen den VgT
An sich war es nicht geplant, dass ich so bald wieder einen Artikel hier verfasse (nicht zuletzt, weil ich auch noch ein Leben hab), aber angesichts der aktuellen Entwicklung zur Thematik Veganismus und Tierrechte in Österreich habe ich keine andere Wahl:
Der Prozess gegen Balluch und Consorten beginnt heute.
Dem
Online-Standard (auf den ich in einem künftigen Weblog-Eintrag auch einmal gesondert eingehen werde) ist das heute einen prominent platzierten
Artikel – mit Bild! – auf seiner Hauptseite wert, während etwa die
Kleine Zeitung oder auch
Die Presse nicht zuletzt aufgrund der ungleich größeren gesellschaftlichen Bedeutung ihr Hauptaugenmerk auf die Einigung der Regierung auf Transferkonto und Mindestsicherung legen, und auch in den Artikeln zum bewussten Prozess gibt es gravierende Unterschiede
So wird auf derstandard.at mit keinem Wort erwähnt, dass die Richterin deutlich macht, dass es im Verfahren nicht um Tierschutz, sondern um den Prozess-Stoff gehe, und dass das Gericht kein Forum sei für für politische Statements oder polarisierende Aussagen.1
Pflichtlektüre in Bezug auf den bewussten Prozess ist auf jeden Fall ein Artikel vom
Falter, denn er gibt eine authentische und differenzierte Sicht auf die Situation wieder, die sich auf ein paar Kernaussagen verdichten lässt.
So kann es als Tatsache angesehen werden, dass der VgT in den gegen die Firma
Kleiderbauer betriebenen Terror involviert ist, und dass hier friedlicher Aktivismus den terroristischen Elementen als Deckmantel dient. Auch ist durch die Ermittlungen die ganze Dimension des Tierrechtsterrors in Österreich überhaupt erst einmal deutlich geworden.
Allerdings ist es ebenfalls so, dass die Fahnder, in ihrem Bestreben, die begangenen Schwerverbrechen aufzuklären, auch völlig unschuldige ins Visier genommen haben, und es fraglich ist, ob – trotz allem Dreck, den die Angeklagten am Stecken haben mögen – Beweise, um ganz konkret Personen einer Straftat überführen zu können, gefunden worden sind.
Es bleibt also abzuwarten, wie der Prozess ausgeht.
Dass die Terroraktionen gegen die Firma Kleiderbauer – die ja mitnichten ein Pelzmagnat ist, sondern halt Jacken mit Pelzbesatz im Sortiment hat – mit dem Beginn der polizeilichen Ermittlungen aufgehört haben, das allein spricht Bände. Doch trotzdem das allein Bände spricht, ist es ein Indiz, kein Beweis, und nur aufgrund von Beweisen sind Verbrecher zu bestrafen. Doch wie auch immer der Prozess ausgehen mag, der Nimbus der „friedlichesten aller Ideologien“ oder gar der der „Gewaltfreiheit“ ist dahin, Gesellschaft und Behörden sind für die Thematik sensibilisiert, und die Zeiten der Narrenfreiheit für die, die „im Namen der Tiere“ glauben, rechtsstaatliche Normen mit Füßen treten zu dürfen, endgültig vorbei.
Nächstes: 2010-02-23, vegane Katzen???
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Fußnoten:
1: Quelle: diepresse.com


