2010-02-09

2010-02-08, „Hunderassismus“ in Wien???

In Wien gibt es seit “06 den sogenannten Link:„Hundeführerschein“, bestehend aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung, deren erfolgreiche Absolvierung seitens der Stadt mit einer Befreiung von der Hundeabgabe (€ 43,60) für ein Jahr, sowie mit einem Geschenkpackerl vergütet wird.

Nun läuft momentan eine Link:Volksbefragung in Wien, und einer der Punkte, über die abgestimmt werden kann, ist, ob besagter Hundeführerschein für die Halter von sogenannten „Kampfhunden“ verpflichtet eingeführt wird, um sicherzustellen, dass die Halter ihre Hunde auch in schwierigen Situationen im Griff haben.

So manche Wienerinnen und Wiener haben nun in den letzten Tagen ein eigenartiges Flugblatt im Postkastel gefunden:

/home/zacharias/prj/antivegan.at/nonsource-data/hunderassismus.png

Das Flugblatt unterstellt – da die Klassifikation der Hunde nach Rassen erfolgt – der Stadt „Hunderassismus“ und meint geradeheraus, dass der verpflichtende Hundeführerschein keine Wirkung haben würde, so schreibt die auf dem Flugblatt angegebene Website Link:www.bullterrier.cc, dass

man von den in Wien lebenden 90.000 Hunden und ihren Haltern etwa 5.000 zum Hundeführschein bringt, und KEINER von ihnen danach etwas an seiner Hundehaltung ändern wird.

Und das ist Unsinn.

Wer den Waffenschein nicht kriegt, darf keine Waffe führen, wer den Führerschein nicht schafft, darf nicht Auto fahren, und angesichts der zwischen vier- und fünftausend (!) Vorfälle von schweren Hundebissen im Jahr in Österreich,1 von denen wiederum gut 25% auf das Konto der 5% (!) der Hunde gehen, die als Kampfhunde eingestuft sind,2 ist alles außer einer verstärkten Reglementierung in diesem Bereich schlicht verantwortungslos.

Sich hier mit fadenscheinigen Argumenten („Nutzt eh nix!“ „Rassimus!“, „süße Hunderln“) gegen jeden Versuch einer Verbesserung der Problematik zu stellen, vielleicht von der Angst getrieben, das Wohl seines Wuffis am Ende vielleicht sogar dem Gemeinwohl unterordnen oder gar – das Schicksal bewahre! – sich von seinem abgöttisch geliebten Wuffi trennen zu müssen, nur weil man ihn nicht unter Kontrolle halten kann und damit möglicherweise das Leben seiner Mitmenschen riskiert, zeugt von einer Tierliebe, mit der sich, wie die geneigte Leserschaft von antivegan.at weiß, eine ganze Webseite beschäftigt. „Wer [...] seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde“, schreibt schon Konrad Lorenz.

Ich glaube, dem ist nichts weiter hinzuzufügen.


Nächstes: 2010-01-30, und ewig grüßt der VgT
Vorheriges: 2010-02-19, der Hundeführerschein kommt


Fußnoten:
1: Quelle: www.wienerzeitung.at
2: Quelle: www.vienna.at

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