2010-01-30
2010-01-30, und ewig grüßt der VgT
Ich bin selten auf der Mariahilferstraße, und noch seltener am Samstag. Das hat vor allem mit meiner relativ „konsumarmen“ Lebensweise zu tun, wie auch immer: Mir ein exzellentes Mittagessen in einem Fünfhauser Gasthaus einverleibt habend, beschließe ich, zu Fuß zur nächsten U1-Station zu gehen, was mich einen Teil der äußeren und die gesamte innere Mariahilferstraße durchwandern lässt, und renne, irgendwo auf dem Weg, in einen A-Ständer des VgT, ein paar Meter hinter diesem ein Standel selbigen Vereins, und da fällt mir ein, dass ja heute Samstag ist, und die Veggerln natürlich Posten vorm Bösen™, auch bekannt als
Kleiderbauer, beziehen, weil der Kleiderbauer hat in seinem großen Sortiment auch Jacken mit Pelzbesatz, und Pelz is böse.
Dass die Veggerln in der Vergangenheit auch schon ganz andere Seiten gegen den Kleiderbauer aufgezogen hatten, so mit eingeschlagenen Scheiben, Terror gegen Mitglieder des Unternehmens, Buttersäure und demolierten Autos,1 ist all den Leuten, die an dem bewussten Info-Standerl vorbeigehen, wohl nicht bewusst, aber das ist auch nicht wichtig. Warum?
Weil die VgTler von den Passanten ignoriert werden.
In der Nähe, aber nicht direkt vor der Filiale, da stehen sie mit ihrem Standerl, dünken sich als die besseren Menschen, und niemanden kümmert es mehr; es ist eben, nach all der Zeit, eine gewisse Normalität eingekehrt.
Ich habe in meinem Leben viele Leute, die von meinem Engagement bezüglich antivegan.at nichts wussten, angesprochen auf die Thematik, frei nach dem Motto „Såg amal, waaßt du, wås des für Leut saan?“, und niemals eine andere Antwort zurückbekommen als die, dass ihnen diese komischen Leute bestenfalls auf die Nerven gehen, aber meistens mit der Beachtung bedacht werden, die sie verdienen, sprich, sie werden eben ignoriert.
Und ich finde, die momentane Situation ist eine gute Lösung: Die Passanten haben sich daran gewöhnt, die Leute vom Kleiderbauer stört′s nicht, und die Veggerln können sich ungeachtet der Realität weiterhin als ganz tolle Kämpfer für eine noch tollere Sache fühlen, mit anderen Worten: Es ist allen gedient.
Nächstes: 2010-01-24, der Bericht der ADA…
Vorheriges: 2010-02-08, „Hunderassismus“ in Wien???
Fußnoten:
1: Quelle: www.florianklenk.com
