2009-09-05

2009-09-04, leider: kein Geld von der Fleischindustrie

Schon einige Male ist mir in Bezug auf antivegan.at die Andeutung entgegengeflogen, was ich denn [von der Fleischindustrie etc.] dafür bekäme, so eine Website zu schreiben, und das ist leicht zu klären:

I kriag nix.

Ich mache das, was ich mach, doch tatsächlich auf eigene Faust, auf eigene Kosten, und vollkommen freiwillig, wobei, „freiwillig“, hm, das ist jetzt so eine Sache, denn aus reinem Spaß an der Freude ist antivegan.at in der Tat nicht entstanden.

In den redaktionellen Richtlinien steht, dass antivegan.at als Gegenpol zur veganen Propaganda im Internet dient, und der Grund, einen solchen Gegenpol überhaupt erst einmal erschaffen zu wollen, liegt – und für manche, vor allem Veggerln mag das jetzt überraschend sein – in meiner sozialdemokratischen Gesinnung.

Die sozialistische Ideologie ist nämlich eine Link:„materialistische“, ich bin der Meinung, dass die Realität der Prüfstein unserer Ideen zu sein hat, und – auf das weite Feld von Erkenntnistheorie und -philosophie einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen – wir folglich unsere Ideen nach der Wirklichkeit zu richten haben, unsere Taten effektiven Notwendigkeiten folgen sollen, und sich die Wirklichkeit nur in unserer Vorstellung ändert, wenn wir sie uns anders vorstellen, aber nirgendwo sonst.

Dieses so simpel scheinende Prinzip hat recht weitgreifende Folgen und ist von immanenter Wichtigkeit für, aber nicht beschränkt auf unsere liberale und demokratische Gesellschaftsordnung.

In ihr ist es essentiell, die Wirklichkeit so unvoreingenommen wie nur möglich zu erkennen,1 ganz egal, ob uns das Ergebnis unserer Erkenntnisse gefällt oder nicht. Wird dieser „Realismus“ verletzt, so öffnen sich Tür und Tor für Willkür moralische Beliebigkeit.2 Veganismus und Tierechtlertum in ihrer Verblendung und Selbstgerechtigkeit sind also eine größere Gefahr für, nun, eigentlich sogar den Fortbestand der Menschheit oder gar des Lebens im Universum an sich, als das oberflächlich betrachtet den Anschein haben mag.

Früher mag es so gewesen sein, dass sie, die Veggerln, harmlose Irre waren. Seit sie aber offenbar endgültig zu der Erkenntnis gekommen sind, dass sie mit Argumentation kein Leiberl reißen – wie auch, bei der Unsinnigkeit ihrer Ideologie? – haben sie auf Terror verlegt. Damit verletzen sie das Prinzip der Achtung der Freiheit anderer, ihr Herumkasperln ist nicht mehr vom Prinzip der Wahrung persönlicher Freiheit gedeckt, und es ist nicht mehr möglich, zu diesem Wahnsinn schweigen zu können.

Also nein, ich bekomme kein Geld von der „Fleischindustrie“.


Nächstes: 2009-08-23, und munter geht der Terror weiter…
Vorheriges: 2009-09-06, vegane Kampfrhetorik


Fußnoten:
1: Ein Richter hat zum Beispiel einen Angeklagten danach abzuurteilen, ob er das das ihm zur Last gelegte Verbrechen tatsächlich begangen hat, und nicht danach, ob es vielleicht dem Richter selbst genehm wäre.
2: Anmerkung: Hatten wir schon in der Geschichte.

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